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Sep 08

HSG-Senioren unterwegs

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AH 2019-1

HSG-Senioren unterwegs: 30 Jahre heute hier – morgen dort
Die Senioren der HSG Marbach-Rielingshausen sind in ihrer gelebten Tradition von jährlichen Hüttenausflügen über 3 Tage wirklich mehr als ausdauernd. Seit 1989 werden diese besonderen Erlebnistage von AH-Chef-Organisator Werner Gall angeboten und organisiert. Beim 30. Hüttenausflug war zum 6. Mal die Albert-Schweitzer-Hütte im kleinen beschaulichen Erholungsort Altenfeld im Thüringer Wald Ziel von 26 unerschrockenen ehemaligen Handballern, die sich dort auch vom üblich anzutreffenden rauen Mittelgebirgsklima nicht die Stimmung vermiesen ließen. Kühle und feuchte Sommer sind in dieser Region vorherrschend. Die Ausflügler konnten genau dieses im Jahre 2019 mitten im Juli bestätigen. Und trotzdem gelangen 3 tolle Tage in bester Geselligkeit und Laune und natürlich unter feierlicher Würdigung des besonderen Jubiläums.

Schon das Mittagessen nach der gemeinsamen Anreise gelang zum Volltreffer. Die Gaststätte „Zur guten Quelle“ war nicht nur deshalb eine gute Quelle und damit Wahl, weil es die einzige geöffnete Kneipe in Altenfeld war, sondern weil die umtriebige und gut aufgelegte Chefin in Windeseile köstliche Hausmannskost auf die Tische zauberte. Ein Wirtshaus mit typisch ostdeutschem Charme und genau passend um sich für die Feierstunden am Abend auf der Hütte vorzubereiten. Und diese standen ganz im Zeichen der Jubilare und des Jubiläums. Zunächst konnten Michael Holzwarth und Jürgen Schnepple die „Evolutions-Urkunden“ für ihre „runden“ Geburtstage entgegennehmen. Das sind Zeitdokumente und Unikate, vom HSG-Chef-Designer Klaus-Dieter Jost meisterlich gestaltet, die zu außergewöhnlichen Leistungen beim Hüttenausflug berechtigen. Beispielsweise Animation der Reiseleitung vor Ort, Essensvorbereitungen und Küchendienste oder komfortable Unterbringung im Mehrbett-Zimmer mit Schlafsack. Der Star des Abends konnte aber nur einer sein: Anton Bernhardt. Er ist der einzige von insgesamt 48 Ausflüglern, der jeden Ausflug über all die Jahre miterlebt hat. Als Anerkennung und Erinnerungsdokument wurde ihm ein eigens gestaltetes Fotobuch überreicht und er durfte danach eine Uraufführung eines Liedes hören, dass sich im Original „Willenlos“ von Westernhagen nennt, aber in Altenfeld als Jubiläums-Fassung „30 Jahre Hüttenzauber“ mit überraschenden Textpassagen aufwartete. Die AH-eigene Hausband mit den Hüttenmusikern Klaus-Dieter Jost, Wolfgang Kreuzer und Matthias Forch intonierten gemeinsam mit allen im Chor ein Loblied auf den „Toni“. Natürlich auch mit (versteckt) eingestreuten kritischen Anmerkungen. Überhaupt hat Musik, Gesang und Unterhaltung einen großen Stellenwert an den Hüttenabenden. Nicht verwunderlich, das deshalb zum Jubiläum ein zeitgeschichtliches Liederbuch aufgelegt wurde, dass 30 Lieder beinhaltet, die unvergessen bleiben. Treffend hat HSG-Vorstand Markus Esslinger in seinem Vorwort im Liederbuch Friedrich Schiller zitiert: Es schwinden jedes Kummers Falten, solang des Liedes Zauber walten. Die Passage stammt aus dem Gedicht „Die Macht des Gesanges“. – Der Zauber und die Macht wirkten rund um die Hütte in Altenfeld bis tief in die Nacht hinein.

Ob Zauber, Müdigkeit, körperliche Blessuren, Wetter, höhere Macht oder sonstige Beweggründe am nächsten Morgen viele Ausflügler an der obligatorischen Tageswanderung hinderten, bleibt im Unklaren. Möglicherweise sind erst später die dafür relevanten Aspekte unter Mithilfe externer Moderation aufzuarbeiten. Ein Novum in der 30-jährigen Geschichte, dass die Anzahl der Nicht-Wanderer überwiegte. Unfassbar für Wanderführer „Oldie Gerhard Schaupp“, der aber trotzdem zusammen mit Helmut Holzwarth und „Käpt’n Blind“ sicher durch den Thüringer Wald führte. Ein Weg durch überwiegend Fichtenwälder, über Masserberg (neuerdings heilklimatischer Kurort), herrlichen Passagen auf dem berühmten „Rennsteig“ bis zur idyllischen „Baude“ am Trinius-Stein. Dort standen leckere Speisen zur Stärkung der Wanderer bereit und natürlich ebenso Getränke. Damit die Rückkehr zur Hütte auch gut gelingen möge, gab die Wirtin der „Trinius-Baude“ den Wanderern zwei Dinge mit auf den Weg. Zum einen den 1. Vers vom Rennsteig-Lied: ich wandre ja so gern am Rennsteig durch das Land, den Beutel auf dem Rücken und zum anderen als Zugabe einen heimischen Hexenbitter-Kräuter-Likör. Der eine oder andere schien danach doch irgendwie am Rucksack schwer zu tragen oder wirkte wie verhext.

Alles jedoch kein Grund einen zünftigen Grillabend gemeinsam zu feiern. Die „Nicht-Wanderer“ hatten die Zeit gut genutzt um entweder pausenlos Karten zu spielen oder Einkäufe für die Verpflegung sicher zu stellen. Binokel wird bei den HSG-Senioren sehr gern gespielt. Einer soll gar im Laufe des Tages einen sogenannten „Offenen Durch“ auf den Tisch gelegt haben, was einem bei dem bevorzugten Sechser-Binokel wie ein Sechser im Lotto vorkommen muss. Mit so viel Glück, bester Stimmung und schon wieder mit Hunger schmeckten Thüringer Rostbratwürste oder Schweinesteaks vom Grill vortrefflich. Und zu später Stunde ertönte dreistimmig und erhaben im Dunkel des Thüringer Waldes der 3. Vers der von Helmut Scheu eigens verfassten AH-Hütten-Ausflugs-Hymne (nach der Liedmelodie „Kein schöner Land“): Wir haben uns in großer Zahl, getroffen nunmehr 30 Mal. Auf dass dies fortbesteht und lang so weiter geht, noch viele Jahr!

Und damit Jubiläum und 30 Jahre lebendige Gemeinschaft von HSG-Oldies auch nach außen hin sichtbar werden, war modebewusste „Einheitskleidung“ angesagt (siehe Gruppenbild). T-Shirts für jedermann mit der Aufschrift „30 Jahre AH-Tours“ auf der Brustseite und die Tour-Daten mit Jahresangaben und Ausflugsort auf dem Rücken. Und noch keinesfalls ist ein Tour-Ende in Sicht. Es hat noch Platz auf den Rücken der HSG-Senioren. Der 31. Ausflug ist schon in Vorbereitung.